Wie viel Arbeitsspeicher benötigt COMSOL 6.4: Wissenschaftliche Rechenleistung schätzen 2026

Dieser Leitfaden richtet sich an Studierende, Forschende und Laborverantwortliche, die den Speicherbedarf eines COMSOL-6.4-Modells vor dem Kauf oder der zeitweisen Anmietung einer Umgebung bestimmen müssen. Statt eine Installationsanforderung als Leistungszusage zu behandeln, führt der Artikel von einem repräsentativen Testmodell über Messung und Hochrechnung bis zur Lizenz- und Plattformprüfung.

Wenn ein COMSOL-Modell beim Vernetzen oder Lösen aus dem Speicher läuft, hilft die Installationsanforderung allein nicht weiter.

Geeignet: Ein Apple Silicon Mac ist für COMSOL 6.4 sinnvoll, wenn der verwendete Solver und die benötigten Schnittstellen offiziell unterstützt werden und ein repräsentatives Modell den gemessenen Speicherbedarf bestätigt. Nicht geeignet: Projekte mit zwingendem PARDISO-, NVIDIA-GPU- oder Windows-only-Arbeitsablauf sollten auf Windows/Linux oder eine Dual-Track-Umgebung ausweichen.

00Für wen diese Speicherabschätzung gedacht ist

Dieser Leitfaden richtet sich an Studierende und Promovierende, die für eine Hausarbeit, Dissertation oder ein Forschungsprojekt den COMSOL-6.4-Speicherbedarf kalkulieren.

Er hilft außerdem Forschenden, die prüfen müssen, ob ein entfernter Apple Silicon Mac ein vorhandenes Modell tragen kann, sowie Laborverantwortlichen, die vor einer Beschaffung oder einer zeitweisen Anmietung Lizenz-, Plattform- und Stabilitätsfragen klären müssen.

Zu beachten: Der Stand der offiziellen Prüfung ist der 23.08.2026. Für die Plattform- und Lizenzbewertung wurden die Systemanforderungen von COMSOL 6.4, die Apple-Silicon-Kompatibilität, die Hardwareempfehlungen zur Speicherplanung, die Hinweise zur Cluster-Hardware, die Lizenzübersicht und die Rechte akademischer Lizenzen herangezogen. Ändert COMSOL die macOS-Matrix oder Lizenzbedingungen, muss die Entscheidung erneut geprüft werden.

01Vor der Messung die Plattformgrenzen von COMSOL 6.4 klären

Die erste Fehlentscheidung entsteht häufig, wenn „installierbar“ mit „für das gesamte Forschungsprojekt geeignet“ verwechselt wird. Die offiziellen Systemanforderungen bestätigen, ob COMSOL 6.4 unter der betreffenden macOS-Version und auf Apple Silicon unterstützt wird. Daraus folgt jedoch noch keine Zusage für jeden Solver, jedes Zusatzprodukt oder jede externe Schnittstelle.

Für ein Apple Silicon Mac sollten insbesondere diese Punkte in der Modellbeschreibung geprüft werden:

  • Wird PARDISO zwingend für die geplante direkte Lösung benötigt? COMSOL weist für die Apple-Silicon-Version ausdrücklich auf die fehlende PARDISO-Unterstützung hin. Die offizielle Knowledgebase-Erklärung zu Apple Silicon ist deshalb vor jeder Konfigurationsentscheidung zu lesen.
  • Ist GPU-Beschleunigung ein notwendiger Bestandteil des Rechenwegs? Für die von COMSOL dokumentierte GPU-Beschleunigung werden geeignete NVIDIA-GPUs vorausgesetzt. Mehr Arbeitsspeicher ersetzt diese Hardwarevoraussetzung nicht.
  • Wird der Application Builder benötigt? Laut den offiziellen Anforderungen ist dieses Werkzeug auf Windows beschränkt. Ein Projekt, dessen Freigabe oder Entwicklung davon abhängt, sollte nicht allein wegen einer verfügbaren macOS-Installation auf einen Mac verlagert werden.
  • Werden CAD-Schnittstellen, externe Bibliotheken oder proprietäre Gerätetreiber verwendet? Diese Komponenten können eigene Betriebssystem- und Lizenzgrenzen haben, auch wenn der eigentliche COMSOL-Kern läuft.
  • Muss die Berechnung auf einem Hochschulcluster fortgesetzt werden? Dann sind Dateiformate, Solverwahl und Ergebnisvergleich frühzeitig zwischen den Plattformen zu testen.

Damit ist der erste Stopp-Punkt definiert: Wenn eine benötigte Funktion auf Apple Silicon oder macOS nicht unterstützt wird, wird die Analyse nicht durch eine größere Speicherkonfiguration „repariert“. Die richtige Entscheidung lautet dann Windows/Linux oder ein Dual-Track-Betrieb, bei dem Modellierung und bestimmte Rechenläufe auf getrennten Plattformen stattfinden.

02Das repräsentative Modell für die erste Messung vorbereiten

Eine leere COMSOL-Demodatei sagt fast nichts über den Bedarf eines realen Forschungsmodells aus. Für eine belastbare Schätzung benötigt die Testdatei dieselbe physikalische Struktur wie das spätere Projekt: räumliche Dimension, gekoppelte Physik, Randbedingungen, Materialmodelle, Netzstrategie und Solver müssen vergleichbar sein.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einzelnen Arbeitsschritten. Geometrieimport, Netzgenerierung, Aufbau der Matrizen, eigentliche Lösung und Ergebnisdarstellung können unterschiedliche Speicher-Spitzen erzeugen. Wer nur den letzten Solverabschnitt betrachtet, kann den Bedarf der Netzgenerierung oder der interaktiven Nachbearbeitung übersehen.

Für den ersten Test sollten Sie daher folgende Messwerte aus dem Lösungsprotokoll und der Systemüberwachung zusammenführen:

  • Anzahl der Freiheitsgrade des jeweiligen Modellstands;
  • verwendeter COMSOL-Solver und relevante Solveroptionen;
  • Spitzenwert des physikalisch belegten Arbeitsspeichers;
  • Speicherbedarf während Geometrieimport und Netzgenerierung;
  • Auslastung des Auslagerungsspeichers;
  • Dauer und Ergebnisstatus jedes Testlaufs;
  • Verhalten der grafischen Oberfläche während des Rechnens.

Die Freiheitsgrade sind dabei ein zentraler Vergleichswert, aber keine feste Speicherformel. Zwei Modelle mit ähnlicher Freiheitsgradzahl können wegen unterschiedlicher Kopplungen, Matrixstrukturen, Elementtypen oder Solverstrategien deutlich voneinander abweichen. Auch die Hardwareempfehlungen von COMSOL sind als Planungsgrundlage zu verstehen, nicht als universelle Zusage für jede Physik und jede Netzverfeinerung.

03Die Speicherhochrechnung über mehrere Modellstände aufbauen

Nach dem ersten erfolgreichen Lauf wird das Modell schrittweise vergrößert. Entscheidend ist, dass jeweils nur eine nachvollziehbare Änderung vorgenommen wird, etwa eine definierte Netzverfeinerung, eine zusätzliche Geometriekomponente oder ein größerer Parameterbereich. Werden mehrere Eigenschaften gleichzeitig verändert, lässt sich später nicht mehr feststellen, wodurch der Speicheranstieg entstanden ist.

Ein sinnvoller Messablauf sieht so aus:

  1. Speichern Sie eine unveränderte Ausgangsversion des repräsentativen Modells.
  2. Führen Sie den Lauf mit derselben Solverstrategie und denselben physikalischen Einstellungen aus.
  3. Notieren Sie Freiheitsgrade, Spitzenbedarf, Auslagerung und Ergebnisstatus.
  4. Vergrößern Sie das Modell in einem kontrollierten Schritt und wiederholen Sie den Lauf.
  5. Vergleichen Sie die Messpunkte, statt aus einem einzelnen Lauf eine allgemeine Verhältniszahl abzuleiten.
  6. Stoppen Sie die Hochrechnung, sobald der Testlauf instabil wird, stark auslagert oder nicht mehr mit dem vorgesehenen Arbeitsablauf vergleichbar ist.

Die resultierende Kurve sollte mindestens zwischen drei Bereichen unterscheiden: Modellaufbau und Netz, Lösung sowie Nachbearbeitung. Für die Entscheidung zählt der höchste relevante Spitzenwert, nicht der Durchschnitt über den gesamten Lauf. Zusätzlich bleibt ein separater Betriebsanteil erforderlich, damit macOS, COMSOL-Oberfläche, Protokollierung und Dateiexport nicht in denselben kritischen Bereich gedrängt werden.

Messabschnitt Erfasstes Signal Entscheidung bei Auffälligkeit
Geometrie und Import Speicher-Spitze beim Öffnen und Aktualisieren Schnittstelle oder Geometrie vereinfachen, bevor mehr Arbeitsspeicher eingeplant wird
Netzgenerierung Spitzenwert bei der feinsten repräsentativen Vernetzung Netzstrategie prüfen und den Grenzfall separat dokumentieren
COMSOL-Solver Physischer Speicherbedarf, Auslagerung und Status Solverwahl und Plattformkompatibilität erneut bewerten
Ergebnisdarstellung Bedarf beim Öffnen, Plotten und Exportieren Interaktive Nutzung getrennt von reiner Batch-Berechnung planen

Diese Aufteilung beantwortet die Frage „Wie viel Arbeitsspeicher benötigt COMSOL 6.4?“ wesentlich zuverlässiger als eine pauschale Konfiguration. Das Ziel ist nicht, einen Wert aus einer Tabelle abzulesen, sondern eine nachvollziehbare Beziehung zwischen dem eigenen Modell und dem benötigten Speicher herzustellen.

04Speicher, Solver und Modellgröße gemeinsam vergleichen

Für die Konfigurationsentscheidung sollten die Messwerte nicht isoliert betrachtet werden. Ein System kann genügend Speicher für eine serielle Lösung besitzen, aber beim gleichzeitigen Öffnen großer Ergebnisdateien oder beim zweiten Rechenprozess dennoch auslagern.

Modellzustand Typisches Entscheidungssignal Geeignete nächste Aktion
Kleines repräsentatives Modell läuft stabil Solver, Physik und Ergebnisvergleich sind grundsätzlich plausibel Modell kontrolliert vergrößern
Größeres Modell beendet sich, nutzt aber Auslagerung Der Lauf ist formal erfolgreich, die Umgebung jedoch nicht stabil genug für produktive Nutzung Modell vereinfachen, Speicherklasse erhöhen oder Parallelität senken
Solver bricht wegen Plattform- oder Lizenzgrenze ab Das Problem liegt nicht am Arbeitsspeicher Windows/Linux, Dual-Track oder Lizenzklärung einleiten
Ergebnis ist plattformübergreifend nicht bestätigt Die Leistungsentscheidung wäre verfrüht Identische Eingaben und Toleranzen erneut vergleichen
Interaktion wird während des Laufs unbrauchbar Rechen- und Bedienlast konkurrieren Batch- und interaktive Nutzung trennen

Ein größerer Arbeitsspeicher kann nur Speicherengpässe entschärfen. Er löst keine ungeeignete Solverimplementierung, keine fehlende GPU, keine inkompatible Schnittstelle und keine unzulässige Lizenznutzung. Diese Trennung verhindert, dass ein Forschungsbudget in eine technisch unpassende Mac-Konfiguration fließt.

05Den Bedarf eines Parameterscans neu berechnen

Ein Parameterscan verändert die Speicherplanung, weil nicht nur die Größe eines einzelnen Modells zählt. Zunächst muss geklärt werden, ob die Varianten nacheinander in einem Prozess berechnet werden, ob mehrere Aufgaben gleichzeitig auf derselben Maschine laufen oder ob die Arbeit an einen Cluster verteilt wird.

Bei serieller Ausführung bleibt der Spitzenbedarf einer einzelnen Aufgabe der wichtigste Messwert. Bei parallelen Prozessen müssen dagegen mehrere Modellzustände gleichzeitig im Arbeitsspeicher Platz finden. Eine prüfbare Schätzung besteht aus:

  • dem gemessenen Spitzenbedarf einer einzelnen Scan-Aufgabe;
  • der geplanten Zahl gleichzeitig laufender Aufgaben;
  • dem Speicher für Betriebssystem und interaktive COMSOL-Nutzung;
  • dem Bedarf für temporäre Dateien, Ergebnisverwaltung und Export;
  • einem aus den eigenen Messläufen abgeleiteten Sicherheitsbereich.

Eine feste Multiplikationszahl für alle Parameterscans wäre nicht belastbar. Abhängigkeiten zwischen Varianten, wiederverwendete Daten, Solververhalten und die konkrete Prozessarchitektur können den tatsächlichen Bedarf verändern. Deshalb muss die geplante Parallelität mit einem realistischen Scan-Ausschnitt getestet werden.

Betriebsart Speicherlogik Geeignet, wenn
Serieller Scan Ein gemessener Spitzenbedarf plus System- und Bedienlast Ergebnisse wichtiger sind als maximale Durchsatzrate
Parallele Aufgaben auf einem Mac Mehrere gleichzeitig resident gehaltene Prozesse plus gemeinsame Systemlast Jede Aufgabe unabhängig läuft und der Messlauf ohne Auslagerung bleibt
Verteilte Clusteraufgabe Speicher wird pro Knoten und Prozess geplant Lizenz, Netzwerk, Dateisystem und Clusterumgebung dafür freigegeben sind
Gemischter Betrieb Interaktive Modellierung neben Scan-Prozessen Bedienlast und Batchlast getrennt überwacht werden

Wenn der Rechner deutlich auslagert, die Bedienung einfriert oder Prozesse beendet werden, sollte die Zahl paralleler Aufgaben reduziert werden. Einfach zusätzliche CPU-Kerne zu reservieren, verschärft bei unverändertem Speicherangebot häufig den Engpass.

06Die Remote-Mac-Prüfung mit der Hochschullizenz durchführen

Ein gemieteter Remote Mac kann für eine kurze Validierung sinnvoll sein, wenn im Labor kein physischer Mac vorhanden ist. Vor dem Bereitstellen muss jedoch die Lizenzfrage geklärt sein. Eine Hochschullizenz ist nicht automatisch für jede gehostete Maschine, jeden Fernzugriff oder jede Mehrbenutzersituation freigegeben.

Die Lizenzprüfung sollte diese Punkte schriftlich erfassen:

  • konkreter Lizenztyp und vorgesehene Bindung;
  • erlaubte Nutzer und akademischer Nutzungszweck;
  • Installation auf einer von einem Rechenzentrum verwalteten Maschine;
  • Fernzugriff über VNC, SSH oder eine Webkonsole;
  • zulässige Zahl gleichzeitiger Sitzungen;
  • Verhalten bei gemeinsamer Nutzung durch eine Arbeitsgruppe;
  • Anforderungen an Lizenzserver, Netzwerk und Authentifizierung.

Gerade bei CPU-locked-Lizenzen darf kein stillschweigender Schluss gezogen werden, dass der Zugang zu einem entfernten Mac erlaubt ist. Die COMSOL-Lizenzübersicht und die akademischen Lizenzrechte sollten gemeinsam mit der zuständigen Hochschulstelle geprüft werden. Eine technische Installation ohne Nutzungsfreigabe ist kein erfolgreicher Test.

Für Datenschutz und Forschungsintegrität gelten zusätzlich die Regeln der Einrichtung. Sensible Messdaten sollten nur übertragen werden, wenn Auftragsverarbeitung, Zugriffskontrolle, Speicherort, Löschung und gegebenenfalls DSGVO-Anforderungen geklärt sind. Für einen ersten Test eignen sich anonymisierte oder synthetische Eingabedaten, solange sie die physikalische Struktur des echten Modells bewahren.

07Den Remote-Test als Abnahmeprotokoll ausführen

Ein kurzer Testzeitraum ist erst dann aussagekräftig, wenn er nicht auf „COMSOL startet“ reduziert wird. Der folgende Ablauf trennt Installations-, Lizenz-, Leistungs- und Ergebnisfragen:

  1. Zugang vorbereiten: Prüfen Sie Benutzerkonto, Root-Rechte, Netzwerkweg und die bevorzugte Zugriffsmethode. Dokumentieren Sie, wer auf die Umgebung zugreifen darf.
  2. COMSOL 6.4 installieren: Vergleichen Sie Betriebssystem, Apple-Silicon-Unterstützung und benötigte Zusatzprodukte mit den offiziellen Anforderungen.
  3. Lizenz vor dem Modelltest bestätigen: Lassen Sie die Hochschulfreigabe und den konkreten Lizenztyp prüfen. Bei Unklarheit wird der Test nicht als produktiver Betrieb behandelt.
  4. Repräsentatives Modell übertragen: Verwenden Sie dieselbe Datei, dieselben Eingaben und dieselben Solveroptionen wie in der Referenzumgebung.
  5. Messlauf durchführen: Erfassen Sie Freiheitsgrade, Solver, Speicher-Spitzen, Auslagerung, Laufstatus und die Dauer des relevanten Abschnitts.
  6. Ergebnis vergleichen: Prüfen Sie nicht nur, ob der Lauf abgeschlossen wurde, sondern auch Feldgrößen, Konvergenzstatus, Toleranzen und exportierte Ergebnisse.
  7. Fernbedienung testen: Öffnen Sie das Modell, beobachten Sie Protokolle, trennen Sie die Sitzung kontrolliert und prüfen Sie danach Wiederaufnahme und Dateistatus.
  8. Entscheidung dokumentieren: Halten Sie fest, ob die Umgebung für serielles Arbeiten, begrenzte Parallelität oder nur für Kompatibilitätstests geeignet ist.
Abnahmekriterium Nachweis Bei fehlendem Nachweis
Installation Erfolgreicher Start mit freigegebener Plattform Plattformprüfung wiederholen
Lizenz Schriftlich geklärter Lizenztyp und Nutzerkreis Keine produktive Nutzung einplanen
Speicher Protokollierter Spitzenwert ohne kritische Auslagerung Speicherklasse oder Modellstrategie ändern
Rechenergebnis Vergleich mit Referenzlauf und dokumentierten Abweichungen Ursachenanalyse vor jeder Verlängerung
Fernzugriff Getestete Sitzung, Trennung und Wiederaufnahme Zugriffsmethode oder Netzwerk prüfen
Datenschutz Freigegebene Datenkategorie und Löschprozess Nur anonymisierte Testdaten verwenden

Die Abnahme sollte außerdem festhalten, ob nur eine Person arbeitet oder mehrere Nutzer dieselbe Ressource teilen. Ein Rechner, der ein einzelnes Modell stabil ausführt, ist nicht automatisch für mehrere gleichzeitige Sitzungen oder Parameterscan-Aufgaben geeignet.

08Die Entscheidung zwischen Apple Silicon Mac, Windows/Linux und Dual Track treffen

Nach der Messung lässt sich die Konfiguration in Bedingungen statt in pauschalen Kaufempfehlungen ausdrücken:

  • Remote Apple Silicon Mac wählen: Wenn COMSOL 6.4, der verwendete Solver und die Zusatzprodukte im benötigten Umfang unterstützt werden, der repräsentative Lauf ohne kritische Auslagerung endet und die Lizenz den Fernzugriff erlaubt.
  • Eine höhere Speicherklasse prüfen: Wenn Plattform und Lizenz passen, der gemessene Spitzenbedarf aber beim Zielmodell oder bei der geplanten Parallelität den verfügbaren Bereich überschreitet.
  • Windows/Linux bevorzugen: Wenn PARDISO, eine kompatible NVIDIA-GPU, der Application Builder oder eine Windows-/Linux-gebundene Schnittstelle zwingender Bestandteil des Projekts ist.
  • Dual Track einrichten: Wenn interaktive Modellierung auf macOS bequem möglich ist, bestimmte Solver- oder GPU-Läufe aber auf einer anderen Plattform stattfinden müssen. Eingabedateien, Versionen und Ergebnisprüfungen müssen dabei kontrolliert identisch bleiben.
  • Nicht mieten: Wenn eine langfristige, dauerhaft hohe Rechenlast wirtschaftlich besser mit eigener Infrastruktur abgedeckt wird oder physische Geräteanschlüsse benötigt werden. Ein Remote Mac ersetzt keine Laborhardware.

Für eine befristete Prüfung können Sie die Remote-Mac-Angebote von NUKCLOUD als Testumgebung betrachten. Wenn die bevorzugte Region und der Zugriff vorab geklärt werden sollen, finden Sie in den Bestelloptionen für eine Remote-Mac-Umgebung die dafür vorgesehenen nächsten Schritte. Der sinnvolle Zeitpunkt dafür liegt nach der Modell- und Lizenzprüfung, nicht davor. Gerade bei begrenztem Hochschulbudget verhindert ein kurzer, dokumentierter Lauf, dass langfristige Miet- oder Kaufentscheidungen auf einer Installationsseite und einer ungetesteten Speicherannahme beruhen.

09Häufige Fragen zu COMSOL 6.4 und Apple Silicon

Wie lässt sich der Speicherbedarf aus den Freiheitsgraden abschätzen?

Die Freiheitsgrade sind ein hilfreicher Bezugspunkt, aber keine allgemeingültige Speicherformel. Mehrere Modellstände mit gleicher Physik, Netzstrategie und Solverwahl sollten gemessen werden. Aus Spitzenbedarf und Freiheitsgraden lässt sich anschließend eine projektspezifische Wachstumskurve ableiten. Unterschiedliche Kopplungen und Solver können bei ähnlicher Modellgröße deutlich verschiedene Speicherprofile erzeugen.

Welche COMSOL-Solver sind auf Apple Silicon verfügbar?

COMSOL 6.4 unterstützt Apple Silicon im offiziell genannten macOS-Rahmen. PARDISO wird in der Apple-Silicon-Version jedoch nicht unterstützt. Deshalb ist der Solver des konkreten Modells zu prüfen. Die allgemeine Aussage „COMSOL läuft auf dem Mac“ reicht nicht aus, wenn ein Forschungsworkflow auf einem bestimmten direkten Solver oder Zusatzprodukt beruht.

Wie viel Speicher benötigen mehrere Parameterscan-Aufgaben?

Das hängt von der gemessenen Einzelaufgabe und der Zahl gleichzeitig laufender Prozesse ab. Bei parallelen Aufgaben müssen die residenten Speicherbedarfe gemeinsam mit System-, Bedien- und Dateilasten betrachtet werden. Ein realer Teilausschnitt des Scans ist aussagekräftiger als eine pauschale Kern- oder Speicherzahl. Auslagerung und Prozessabbrüche sind klare Gründe, die Parallelität zu reduzieren.

Darf eine Hochschullizenz auf einem Remote Mac verwendet werden?

Das ist vom Lizenztyp, den akademischen Rechten und der konkreten Bereitstellung abhängig. Besonders eine CPU-locked-Lizenz darf nicht ohne Prüfung als Fernzugriffslizenz interpretiert werden. Vor dem Test sollten Hochschule und Lizenzbedingungen klären, ob die Installation auf einem gehosteten Rechner, der Zugriff über ein Rechenzentrum und die geplante Nutzerzahl zulässig sind.

Ist ein Apple Silicon Mac bei notwendiger GPU-Beschleunigung geeignet?

Wenn der COMSOL-Arbeitsablauf eine kompatible NVIDIA-GPU verlangt, genügt ein Apple Silicon Mac nicht. In diesem Fall ist eine Windows- oder Linux-Umgebung beziehungsweise ein Dual-Track-Modell erforderlich. Mehr Arbeitsspeicher kann die fehlende GPU-Unterstützung nicht ersetzen. Die GPU-Anforderung muss deshalb vor jeder Speicher- und Mietentscheidung geprüft werden.

10Vor der längeren Bindung den echten Modelllauf abnehmen

Die entscheidende Gegenüberstellung lautet nicht „Mac gegen PC“, sondern „ungetestete Infrastruktur gegen nachgewiesene Eignung“. Eine vorhandene Windows- oder Linux-Umgebung kann für GPU-, PARDISO- oder Windows-only-Anforderungen unverzichtbar sein, verursacht bei fehlender Mac-Hardware jedoch zusätzliche Beschaffung, lokale Administration und gegebenenfalls eine getrennte Testumgebung für macOS. Ein eigener Mac bindet Kapital, obwohl der Bedarf vielleicht nur für einen begrenzten Projektabschnitt besteht.

Wenn der Workflow innerhalb der Apple-Silicon-Grenzen liegt, kann die zeitweise Nutzung eines Remote Mac von NUKCLOUD die Entscheidung überschaubarer machen: Erst wird das echte Modell mit seiner Spitzenlast, der gewünschten Scan-Parallelität und der Lizenzfreigabe geprüft; erst danach wird über eine längere Laufzeit oder eigene Hardware entschieden. So ersetzt der Test keine fachliche Planung, verhindert aber, dass die COMSOL-6.4-Konfiguration allein aus der Installationsanforderung abgeleitet wird.